ArchitektInnen für K21 - Mittwoch, 22. November 2017
Druckversion der Seite: 30 Hektar Parkerweiterung
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Der neue Rosensteinpark – die grüne Mitte Stuttgarts

Um den Park erweitern zu können, ist es nicht notwendig, den Bahnhof tiefer zu legen. Den größten Teil der Fläche nehmen die Gleise des Wartungsbahnhofes in Anspruch. Auch bei Kopfbahnhof 21 ist es möglich, diesen nach Untertürkheim zu verlegen, um ehemaliges Bahngelände für den Bürger zu gewinnen.

Aus Gründen des Klimaschutzes, insbesondere der Überhitzung des Talkessels im Sommer, sollte es vermieden werden, diese Gleisflächen zu bebauen. Vielmehr bietet sich hier die Chance, das freiwerdende Areal zur Erweiterung des Rosensteinparks zu nutzen. Da Kopfbahnhof 21 deutlich günstiger sein wird als Stuttgart 21, ist es möglich, auf eine gewinnbringende Vermarktung der freiwerdenden Flächen zu verzichten.

Anders als bei Stuttgart 21 - hier dient die Parkerweiterung als Vorgarten für das Rosen-steinviertel - bildet der erweiterte Rosensteinpark bei Kopfbahnhof 21 ein grünes Zentrum, welches die angrenzenden Stadtquartiere verbindet. Insbesondere die lang gesuchte Verbindung von Stuttgart und Bad Cannstatt wird deutlich aufgewertet.

Der Erweiterung von Schlossgarten und Rosensteinpark wird zur grünen Mitte für die umliegenden Stadtteile, zum grünen Zentrum für die Stadt.

 

Die ausgedehnten Gartenanlagen – historischer Kern und gegenwärtiges Wahrzeichen der Stadt Stuttgart

Zuerst war der Garten, dann kam die Stadt - diese Besonderheit kennzeichnet die historische Entwicklung Stuttgarts und prägt bis heute ihr Gesicht. Um 950 ließ Herzog Liudolf von Schwaben in den Talauen des Nesenbachs Wiesenflächen zur Pferdezucht - den „Stuotgarten“ - anlegen. Aus dem angrenzenden Gestüt entstand allmählich eine dörfliche, später zusätzlich eine Kaufmannssiedlung. 1219 wurden Stuttgart die Stadtrechte verliehen, 1316 folgte die Erhebung zur württembergischen Residenzstadt.

Die Geschichte Stuttgarts wird bis heute von der engen Beziehung zwischen der Stadt und ihrem Garten bestimmt. Dem „Stuotgarten“ und Küchengarten des Mittelalters folgte in der Renaissance der herzogliche Lustgarten, der mit dem Bau des neuen Schlosses zum barocken Garten umgestaltet wurde. Um 1806 erfolgte dann die Anlage des klassizistischen Schlossgartens, welcher Stuttgart mit dem Neckar verband. Um 1830 folgte die Anlage des daran angrenzenden Rosensteinparks als englischer Landschaftsgarten.

Durch den Bau der Bahnanlagen um 1910 sowie dem Straßenausbau gingen den Parkanlagen über 25 Hektar verloren. Mit Kopfbahnhof 21 können die Gärten um 30 Hektar erweitert werden.