Mittwoch, 30. November 11 um 20:29 Alter: 6 Jahr(e)

Die Wirtschaft als Retter


...am Geld fehlte es nicht. Die Bahn AG, immerhin das zweitgrößte Transportunternehmen der Welt, setzte ihren PR-Apparat ein und schickte Rüdiger Grube gleich in drei Sonderzügen zur Charmeoffensive durchs Land. Dem "Kommunikationsbüro" für Stuttgart 21 stehen seit seiner Gründung für die Werbung ohnehin schon Millionenbeträge zur Verfügung, Gelder der Bahn und Steuergelder der Stadt und der Region Stuttgart sowie – bis zum Regierungswechsel – des Landes.

 

Der Verband der Region Stuttgart spendierte eine Million Euro für die S-21-Kampagne, und Stuttgarts Oberbürgermeister Wolfgang Schuster verschickte einen 130 000 Euro teuren Brief an die "lieben Mitbürgerinnen und Mitbürger". Kleine und große Agenturen wurden damit beauftragt, die Kampagne zu führen, allen voran die Agenturgruppe Fischer-Appelt, die auch vom Arbeitgeberverband mitfinanziert wird. Unternehmen wie Daimler oder Stihl und der Arbeitgeberverband Südwestmetall bezahlten den Infobus, der durch Baden-Württemberg tourte.

 

Die IHK, Dieter Hundt, Hans-Peter Stihl, Jürgen Hambrecht und Industriekapitäne von Daimler, Bosch, Mahle und anderen Konzernen rührten kräftig die Werbetrommel. Die Bauindustrie stellte den Arbeitgebern aller Branchen einen Brief zur Verfügung, der an die Mitarbeiter verschickt oder verteilt werden sollte. Und Hundts Landesvereinigung der Arbeitgeberverbände ließ 100 000 Euro springen, um dem Kinopublikum in Baden-Württemberg zu erklären, wo es das Kreuz machen sollte.

 

Lesen Sie den ganzen Artikel von Hermann G. Abmayr >>hier auf KONTEXT:Wochenzeitung


 
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