Dienstag, 29. November 11 um 00:00 Alter: 6 Jahr(e)

Krachende Niederlage


Kurz vor der Volksabstimmung zu Stuttgart 21 war ich in Königsbronn, meinem Heimatdorf, auf der Schwäbischen Alb. In einer großen Anzeige des "Käsbläddles", also des örtlichen Gemeindeblattes, hatten viele Gewerbetreibende einen Aufruf für S21 unterzeichnet, der Gemeinderat hatte eine Resolution für S21 verabschiedet, und mein Metzger sagte zu mir: "Was soll ich machen, wenn der Bürgermeister des will? Ich hab des auch unterschrieben. Vielleicht war's ein Fehler."

 

Die CDU war im März in Baden-Württemberg abgewählt worden – nach 58 Jahren eine historische Wahlschlappe. Jetzt, mit der Abstimmung zu Stuttgart 21, war für sie die Stunde der Rache gekommen. Und die CDU hat sie genutzt.

58 Jahre Macht sind auch 58 Jahre eingefahrene Strukturen, sind 58 Jahre Filz, man kennt sich, die Landräte kennen sich, die Bürgermeister auf dem Land kennen sich, alle kennen sich, die Vereinsvorsitzenden und die Regierungspräsidenten, und in der Stunde der Not hält man zusammen.

 

Für die Gegner von S21 war diese Volksabstimmung eine Niederlage, eine krachende Niederlage. Selbst in Stuttgart, das ist wahrhaft überraschend, errangen die Gegner des Bauprojekts keine Mehrheit, sieht man von den Innenstadtbezirken ab, von jenen Gegenden also, die am meisten unter dem jahrelangen Bau des Bahnhofs leiden werden.

 

Der geplante Stuttgarter Tiefbahnhof – er kann nun also gebaut werden. Das ist auch ein ganz besonderer Sieg für Angela Merkel. An diesem Tiefbahnhof entscheide sich die Zukunftsfähigkeit Deutschlands, hatte die Kanzlerin erklärt. Mit diesem Sieg kann sie die Grünen jahrelang quälen. S21 war und ist ein besonderes Lieblingsobjekt der Elite Deutschlands. Und in den letzten Tagen lief die Propagandamaschine für S21 auf Hochtouren, überall, in allen Medien waren plötzlich Anzeigen, Geld spielte keine Rolle. Aber der massive Einsatz zeigte auch: Die S21-Befürworter hatten sichtlich Angst, dass ihnen das Volk aus dem Ruder laufen könnte.

 

Vielleicht bekommt die schwäbische Landeshauptstadt jetzt ihr unfassbar teures und überaus unpraktisches ICE-U-Bahnhöfle. Denn die Volksabstimmung ging aus, wie es jeder vernünftige und informierte Bürger erwartet hatte. Jeder? Nein, da war noch grüne und fromm-katholische Ministerpräsident Winfried Kretschmann. Der hatte auf ein "Wunder" gehofft.

 

Das Wunder gab es nicht. Das für diese Volksabstimmung nötige Quorum wurde nicht erreicht. Um Stuttgart 21 zu verhindern, hätte ein Drittel der Wahlberechtigten (und nicht etwa der Wähler!) für den Ausstieg aus dem Bahn-, das in Wahrheit ein gigantisches Immobilienprojekt ist, stimmen müssen.

 

 

Lesen Sie den ganzen Artikel von Arno Luik >>hier auf Stern.de

 

www.stern.de/politik/deutschland/volksentscheid-zu-stuttgart-21-der-filz-siegt-1755974.html

 

 

Forum Stuttgart 21

Video: Um die Kosten wird gerungen

diskussion mit grube, schuster + kretschmann am 29.11.11

www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.forum-stuttgart-21-video:-um-die-kosten-wird-gerungen.ac86f4e8-f515-4111-9df3-af5ff3b39659.html

 

Peter Pätzold zur Kostenfrage + Kretschmann's Position:

siehe mail im anhang;

S21-Dokumente enthüllen „Grüne Chronologie des Nichtstuns!”

www.bei-abriss-aufstand.de/2011/11/29/s21-dokumente-enthullen-grune-chronologie-des-nichtstun/

 

„Stuttgart 21“ scheitert in sechs Problemfeldern

Von Prof. Dipl.-Ing. Karl-Dieter Bodack

www.bei-abriss-aufstand.de/2011/11/29/__stuttgart-21__-scheitert-in-sechs-problemfeldern/

 

ResisTante sagt: Ja zum Ausstieg – Aus!Sitzen. am 5. Dezember

erste bundesweite Frauenblockade gegen Stuttgart 21. Am 5. Dezember 2011 protestieren wir gewaltfrei und ungehorsam ab 5.30 Uhr vor der Baustelle

www.aus-sitzen.de

 

Durchatmen

Prominente Stuttgarter raten zum Durchatmen. In den Tagen nach dem Volksentscheid wagen sie einen Ausblick in die Zeit danach.

www.kontextwochenzeitung.de/newsartikel/2011/11/durchatmen/

 

 

 


 
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